Sunday’s Summary #7

Meine Lieben!

Diese Woche ist mir im Vergleich zu der vorherigen länger vorgekommen, doch dabei war sie sicherlich genau so lustig und abwechslungsreich. Denn wenn ich so überlege, was ich in den letzten sieben Tagen so gemacht habe, scheint es unmöglich, dass das alles in einer Woche passiert ist!

Begonnen hat diese Woche so früh wie bis jetzt noch keine andere. Sarah und ich mussten bereits um 7:00 aus dem Haus um rechtzeitig bei zu unserem ersten richtigen Job hier in Kanada zu erscheinen. Denn gemeinsam mit Ana waren wir an den kanadischen Wahlen beteiligt und dort für die Sicherstellung der Integrität im Namen der Liberal Party verantwortlich. Dazu kam es dank der Gastmutter von Ana, die uns am Sonntag Abend spontan gefragt hatte, ob wir für 100$ nicht kurzfristig aushelfen könnten. Alles in allem war es rückblickend eine echt spannender Tag. Obwohl ich teilweise an der Sinnhaftigkeit meiner Anwesenheit gezweifelt habe (meine Aufgabe bestand nämlich lediglich im Beobachten, und ich durfte auch nicht mit den Wählern sprechen), bekam ich einen einmaligen Einblick in das politische System Kanadas, kann meinen Lebenslauf nun mit einem weiteren Job bestücken und verdiente nebenbei auch noch 100C$. Ein besonderes Highlight war neben einem echt süßen Burschen, der seine Mami fragte >>Mummy, why cant I drive the boat?<< Mummy >>It’s not a boat honey, it’s a vote.<< , dann natürlich der nationale Sieg der Liberals!

Da die Wahlparty am Vorabend doch etwas länger gedaurt hatte, schleppte ich mich am Dienstag dann völlig erschöpft in die Schule. Dort waren alle Lehrer von unserem politischen Engagement gleich schwer beeindruckt und wollten natürlich wissen, wie es dazu gekommen ist, und wie die Wahlen in unseren Heimatländern genau ablaufen. Nach der Schule schaffte ich es dann nur mehr irgendwie mir mein Abendessen aufzuwärmen, bevor ich komplett fertig in mein Bett fiel.

Am Mittwoch hatte ich dann schon Teile meiner Kräfte wieder erlangt, und so beschlossen Ana, Sarah und ich nach der Schule eine Bank auf zu suchen, um unseren Pay-check einzulösen. Dies gestaltete sich allerdings komplizierter als gedacht, da man dafür ein kanadisches Konto braucht, das keiner von uns hat. So gingen wir dann etwas zermürbt nach Hause, wo ich mich wieder einmal dem Überarbeiten meines Lebenslaufs und Cover-Letters für mein Praktikum widmete.

Donnerstags gönnte ich mir nach der Schule einen dringend nötigen Friseurbesuch. Lustigerweise kannte meine Frisörin Evo, meine Unterkunft, und war hier sogar letztes Wochenende auf einer Party eingeladen, was zu sehr amüsanten Gesprächen führte. Und um die Tatsache, dass meine Haare einmal wunderschön hergerichtet waren, genügend auszunützen, traf ich abends einige Freunde und wir machten gemeinsam wieder einmal die Plateau-Gegend unsicher.

Am Freitag ging es voller Elan in den Unterricht und anschließend auf ein schnelles Mittagessen bevor ich mich wieder auf den Weg zurück in die Schule, zur Nachmittags-Activity machte. Diesmal besuchten wir bei strahlendem Sonnenschein das etwas außerhalb gelegene L’Oratoire. Dies ist ein riesiger schlossähnlicher Komplex der um eine ursprünglich kleine Kapelle gebaut wurde, und mit keiner europäischen Kirche vergleichbar ist. Dort hatten wir eine sehr spannende Führung, bevor ich in einem billigen asiatischen Supermarkt noch einige Schnäppchen besorgte. Später am Abend ging es dann für Sarah und mich zum zweiten Mal diese Woche nach Lasalle, um unseren Check diesmal wirlklich gegen Bargeld einzutauschen. Und es wäre natürlich kein richtiger Freitag Abend gewesen, wenn wir darauf nicht noch in einer angesagten Bar mit köstlichen Drinks angestoßen hätten.

Nach einem ruhigen Samstag Vormittag ging es dann mit Sarah und Ana wieder mal in die Plateau Gegend und anschließend ins Mille-End. Dort wärmten wir uns in einem netten sehr bekannten Café und trafen zufällig sogar einen unserer Lehrer. Abends war dann eine Clubnacht angesagt, denn ein hier recht bekannter DJ legte in einem riesigem Club (für über 3000 Menschen) auf.

Auf mein Sonntagsprogramm freute ich mich schon seit mehreren Wochen, denn Sarah und ich nützen unsere einmalige Chance und nahmen am Tag der offenen Tür an der McGill University teil. Dort wurde uns neben Informationsveranstaltungen und Campustouren auch die Möglichkeit geboten, ums mit Studenten auszutauschen. Besonders spannend fand ich dabei natürlich zu erfahren, wie es für sie so war, von zu Hause auszuziehen und was sie dazu bewegt hat, nach Montreal für ihr Studium zu kommen. Zusammenfassend kann ich berichten, dass McGill seinen Studenten um einiges mehr bietet, als man das aus Österreich gewöhnt ist, denn die Uni hat unter anderem sogar drei verschiede Ski Teams! Jedoch muss man hier auch erst einmal angenommen werden, und das ist mit Sicherheit um ein vielfaches schwerer, als in Wien den Medizintest zu schaffen. Sarah und ich beschlossen daher vorerst nicht hier zu studieren, und gönnten uns zur Stärkung eine herrliche indische Suppe, in einer Filiale meiner neuen Lieblings-Healthy-Fastfood-Chain, bevor es zum Lernen wieder nach Hause ging.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich mich hier jetzt tatsächlich akklimatisiert habe und langsam die echten upsides and downsides erkenne. Auch wenn ich froh bin, dass ich noch längere Zeit hier bleiben kann, freue ich mich trotzdem, ab Mittwoch sagen zu können, dass dies bereits die zweite Hälfte meines Aufenthalts ist. Doch momentan blicke ich der nächsten Woche schon sehnsüchtig entgegen, denn endlich kommen mich Mami, Papi und Benedikt besuchen und ich kann zumindest einen Teil meines Abenteuers hier mit ihnen teilen.

Ich wünsche euch allen natürlich einen erholsamen Feiertag am Montag und dann einen erfolgreichen Start in die kurze Woche.

Ganz viele Bussis

Eure Stella

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